Bericht aus Martmany März 2018

Liebe Freunde, Paten und Unterstützer der Kinder bei Martmany in Lima,

im April war ich für 2 Wochen in Lima. Mit den Kindern konnten wir zwei Ausflüge machen, die allen viel Freude bereiteten. Ein Ausflug führte uns in einen Club außerhalb von Lima, wo man schwimmen und spielen konnte. Unsere beiden Busse waren voller Kinder und Eltern, die einen sehr schönen Tag verlebten und glücklich und müde abends wieder bei Martmany ankamen.
 
Mit den größeren Kindern und Jugendlichen fuhren wir außerdem in ein interaktives Museum mit vielen spannenden und lehrreichen Erlebnissen. In einem kleinen Haus „erlebten“ wir ein Erdbeben, wir bekamen bei den Versuchen mit Elektrizität einen leichten Stromschlag, sahen große Modelle der Körperteile, auf einer Fahrt in einem Minizug begegneten uns Urmenschen, Dinosaurier und andere Tiere. Wir erfuhren viel über den Sternenhimmel und spielten verschiedene Spiele. Manches war ähnlich wie im Spektrum in Berlin. Es war eine gelungene Mischung aus Lernen und Spielen, die allen gefallen hatte.
 
Mein Treffen mit den Müttern war gut besucht, wir sprachen über den Unterricht, über Dinge, die sich ändern sollten, über Zahnpflege, über die Möglichkeit, bei Interesse preiswerte Zahnseide und Interdentalbürsten bei Martmany zu bekommen und über die Verwendung von Elmex Gelee bei Martmany und evtl. auch zu Hause in der Familie. Obwohl viele Mütter interessiert scheinen, weiß ich aus Erfahrung doch, dass das Interesse an Zahnpflege sehr gering ist. Interdentalbürsten und Elmex Gelee sind in Lima unbekannt. Ich bringe immer eine Klinikpackung Gelee mit, das wird (hoffentlich!) einmal pro Woche bei Martmany benutzt. Jetzt habe ich auch kleine Spritzen ohne Nadeln mitgebracht, in denen man abgefülltes Gelee für die Eltern und Geschwister nach Hause mitnehmen kann. Unser Treffen endete wie immer mit einem schönen Fest mit Tanz und einem gemeinsamen Essen.
 
Martmany hat jetzt 86 Kinder aufgenommen. Viele von Ihnen sind neu, manche machen schon mehrere Jahre mit. Die neuen sind noch in der „Probezeit“, an deren Ende entschieden wird, ob sie bleiben möchten und können.
 
Ein Hauptgrund meiner Reise war die notwendige Umstrukturierung in Projekt. Juana ist über 80 Jahre alt und will und muss aufhören…. Auf ihren dringenden Wunsch hin wird ihre Tochter die Leitung übernehmen. Außerdem muss ab jetzt unterschieden werden zwischen dem ehrenamtlichen Verein AMI (Martmany de Independencia) mit Mitgliedern und Vorstand und den bezahlten Funktionen. Glücklicherweise wird uns Hermana Mathilde von den Hiltruper Herz Jesu Schwestern mit einer jungen peruanischen Mitarbeiterin zur Seite stehen und uns bei der Neubelebung des Vereins unterstützen. Auch ihr Anwalt wird uns helfen. Manches, was in den Statuten des Vereins steht, soll verändert werden, um größere Sicherheit zu erreichen. Das ist alles sehr kompliziert für mich, denn die Gesetze in Peru sind anders als bei uns. Es gibt auch viel Misstrauen zwischen den Menschen. In Peru wird viel geredet, Vermutungen gelten als gesichert, man traut nur der eigenen Familie. Es wird leider auch viel betrogen und manche Menschen sind nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Auch ist die überall gegenwärtige Korruption ein Riesenproblem. Für mich kommt erschwerend dazu, dass ich immer wieder Verständnisschwierigkeiten habe, da viele Wörter mehrere Bedeutungen haben können. Manchmal verstehe ich falsch oder werde falsch verstanden.
 
Viele offene Fragen wurden besprochen, z.B. Regelungen bei begründeten Fehlzeiten des Personals, Mehrarbeit usw. Das ewige Problem der Unpünktlichkeit mancher Mitarbeiterinnen soll jetzt durch eine Zeiterfassungsmaschine gelöst werden. Mal sehen, ob es klappt.
 
Durch neue Vorschriften der Sicherheitsbehörden dürfen nun weniger Kinder in einem Raum sein, daher brauchen wir mehr Personal. Das muss ich von den Rücklagen bezahlen, da ich monatlich weniger Spendengelder bekomme als ich ausgebe. Das beunruhigt mich natürlich. Einige sicherheitsrelevante Änderungen, die die bei AMI gemacht wurden, hat die Behörde nicht akzeptiert! Neue Arbeit, neue Anträge und neue Ausgaben ...
 
Meinen Traum von Musikunterricht kann ich wegen Geldmangel nicht verwirklichen. Für kurze Zeit gab es mal Flötenunterricht, der sehr gut angenommen wurde, aber leider zu teuer war.
 
Aber vielleicht gehen unerwartete Spenden ein ... Es gibt für alle Unterstützer Spendenquittungen, da das Geld für Martmany über meine Kirchengemeinde weitergeleitet wird. 100 % der Spenden kommen im Projekt an, da die Ausgaben für Porto, Telefonanrufe usw. vom Geld bezahlt werden, dass ich durch Verkäufe von peruanischen Sachen in Schule und Gemeinde einnehme.
 
Liebe Grüße
 
Susanne Stiegert-Krumhauer
   
© Katholische Schule Herz Jesu Berlin