Bericht über Martmany November 2015

Liebe Paten und Freunde von Martmany,

hiermit möchte ich Ihnen und euch einige Informationen über die Aktivitäten bei Martmany senden.

Zum Sommerferienkurs, Ende Januar bis Ende Februar 2015, kamen 46 Kinder und Jugendliche. Es wurde gebastelt, ein wenig für die Schule geübt, es gab auch Vorträge und Gesprächsrunden, besonders für die etwas älteren Schüler. 41 Teilnehmer besuchten gemeinsam das Museum für Anthropologie und Geschichte von Peru. 29 Kinder und Jugendliche nahmen am Schwimmkurs teil, der dreimal pro Woche stattfand. Er war von Eltern und Schülern der Herz-Jesu-Schule in Berlin gespendet worden. Im März war ich auch auf dem Ausflug zu einem Club mit Schwimmbad dabei und bei einem Vortrag über Zahngesundheit für die Mütter. Außerdem gab ich einwöchige Kurse in Englisch.

Im Schuljahr von März bis jetzt gab es monatliche Müttertreffen zu verschiedenen Themen, z.B. allgemeine Gesundheit, Gleichwertigkeit der Geschlechter, Erziehung Jugendlicher, Misshandlung und Sexualität. Ein Vortrag über sexuelle Rechte und Gesundheit wurde von einer Gesundheitsstation des Bezirks geleitet. Vom 6. bis 11. Juli gab es eine Kampagne gegen Krebs durch die Krebsliga mit Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, rektaler Tastuntersuchung und Untersuchung der Schilddrüse. Es nahmen 110 Frauen, auch aus der Nachbarschaft, teil.

Bei den Kindern liegen die Hauptaktivitäten bei der Unterstützung bei den Hausaufgaben und beim Erklären der Dinge, die in der Schule nicht verstanden wurden.

Es gab auch verschiedene Vorträge zu Themen, z.B. Rollen und Funktionen in der Familie, Sauberkeit und Hygiene, Selbstwertgefühl, Kommunikationsformen, Erkennen von Misshandlung. An einigen wichtigen Themen wird dauernd gearbeitet, z.B. Gedächtnistraining und Aufmerksamkeit, angemessenes Verhalten. Ende September gab es eine einwöchentliche Kreativitätsphase zum Thema Frühlingsbeginn. Im Mai gab es eine Impfkampagne - mit Unterstützung der Krankenkasse - gegen Hepatitis A, Röteln und Grippe (40 Kinder und 30 Mütter). Im September kam jemand von der Gesundheitsstation im Bezirk, (Gewicht und Größe der Kinder, Zähne, Augen, psychische Probleme).

Im Juni machte das Personal einen Kurs in 1. Hilfe.

Jetzt werden die Weihnachtsgeschenke für die Kinder gekauft und die Feier wird bald vorbereitet. Im November sind ganz viele Prüfungen in den Schulen, da das Schuljahr vor Weihnachten endet. Wir hoffen, dass möglichst alle Kinder versetzt werden.

Die Betreuung bei Martmany ist für die Mitarbeiterinnen besonders schwierig, da die Kinder aus verschiedenen Schulen und Klassen kommen und jeder andere Aufgaben mitbringt. Auch haben sie leider oft so viele Hausaufgaben auf, dass es keine Zeit für grundlegende Übungen gibt und schon gar nicht zum gemeinsamen Spielen, was ja eigentlich ein großes Anliegen war und ist.

Meine Aktivitäten in Berlin zur finanziellen Unterstützung von Martmany waren die Verkäufe von peruanischen Artikeln bei den Gemeindefrühstücken in der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist, die Lotterien bei den Sommerfesten in Heilig Geist und in der Herz-Jesu-Schule sowie der Bildervortrag beim Benefizkonzert für Martmany in Heilig Geist im September. Außerdem kaufte ich ganz viele herabgesetzte Kindersachen und schickte sie als Weihnachtsgeschenke nach Lima. Mit den Mitarbeiterinnen bin ich im Kontakt per Mail, manchmal auch per Telefon. Am 6. November verkaufte ich gebrauchte Bücher beim Elternsprechtag in der Herz-Jesu-Schule, Im Advent möchte ich peruanische Krippen verkaufen.

Am 6. August 2015 erhielt ich für meine jahrzehntelange Unterstützung der Kinder bei Martmany in Lima das Bundesverdienstkreuz am Bande. Eine Freundin, meine frühere Ärztin, hatte mich vor etwa 18 Monaten ohne mein Wissen bei der Kommission vorgeschlagen. Diese Ehre möchte ich mit euch und Ihnen allen teilen, mit allen Menschen, die seit so vielen Jahren die Kinder bei Martmany in Lima finanziell unterstützen, damit sie eine bessere Zukunft haben.

Ganz herzlichen Dank und viele Grüße

Susanne Stiegert-Krumhauer

 

Bericht aus Martmany April 2015

Liebe Kinder und Eltern der Herz Jesu Schule,

ich möchte hier viele Grüße von den Kindern, Mitarbeiterinnen und Müttern bei Martmany in Lima bestellen. Ich habe fast 4 Wochen mit ihnen verlebt. Ein herzlicher Dank geht besonders von den Kindern aus, die beim Schwimmunterricht teilnahmen, der von Eltern und Kindern der Herz Jesu Schule bezahlt wurde.

Schwimmuterricht

Eine Zahnpflegeassistentin kam und hielt einen sehr interessanten und gut verständlichen Vortrag für die Mütter. Die Anwesenden bekamen von mir auch Interdentalbürstchen und Zahnseide Proben geschenkt, die ich aus Berlin mitgebracht und vorher abgepackt hatte. Es ist geplant, dass es auch einen Vortrag für die Kinder gibt. Zum Schluss freuten sich die anwesenden Frauen über eine Tombola mit Preisen aus Berlin.

Auch zu einem anderen Treffen mit der Sozialarbeiterin, der Psychologin und mir kamen viele Mütter.

Bei meiner Ankunft in Lima endete der Ferienkurs gerade, in dem viel gebastelt worden war, es gab auch Vorträge, Tanz, Schwimmunterricht und gemeinsame Spiele.

Basteln

Wann immer einige Kinder und ich gemeinsam Zeit hatten, übte ich etwas Englisch mit ihnen, was vielen gut gefiel. Es war ein freiwilliges Angebot und machte darum richtig Spaß. Die Lehrerinnen waren erstaunt, wie viele Grundschüler kommen wollten, ich musste aus einem Kurs zwei machen.

Erklrung

In den letzten Tagen vor Schuljahresbeginn packten die Lehrerinnen die Tüten mit den Schulsachen für die Kinder. Jedes Kind, das schon ein Jahr dabei ist, bekommt Hefte und Stifte usw. Das ist eine große Hilfe für die Eltern, die bei Schuljahresbeginn viele Ausgaben haben.

Ein schönes Erlebnis war der Tagesausflug in einen Club, wo man schwimmen und spielen konnte. Die Kinder und Mütter haben es sehr genossen. Martmany musste 3 Busse mieten, weil so viele von uns mitfahren wollten. Auch einige erwachsene Ex-Schüler kamen mit ihren Familien. Ich fand die früheren Clubs, in denen wir waren, schöner, aber wegen der Wetterbedingungen mit vielen Regenfällen und Erdrutschen außerhalb von Lima blieb uns nicht viel Auswahl. Zu den alten Orten durften wir nicht fahren, es war zu gefährlich.

Ausflug

Pool

Die Kinder bei Martmany bringen oft ganz viele Hausaufgaben mit, daher bleibt wenig Zeit zum Spielen. Die Aufgaben bestehen leider häufig im Abschreiben von Texten aus Schulbüchern. Das Denken wird dabei nicht gefördert. In der PISA-Studie liegt Peru auf dem letzten Platz. Auch Englisch kann nur unterrichtet werden, wenn die Hausaufgaben beendet sind. Sehr wichtig für die Kinder ist der Mathematiklehrer, der mehrmals pro Woche kommt. Es gäbe so viel zu tun, aber die Zeit reicht nicht. Wichtig sind auch Gespräche in den Gruppen, bei den Oberschülern versuchen die Psychologin und die Sozialarbeiterin, während der Essenspause mit den Jugendlichen zu reden. In vielen Familien gibt es zu Hause kaum Kommunikation.

Haus

das Haus in Martmany

Huser

viele Häuser werden am Hang errichtet

Ein noch nicht erfüllter Traum ist es, das Interesse der Väter zu wecken. Beim Rathaus gibt es sogar einen Psychologen, der Kurse für gewalttätige Väter anbietet. Bei einigen Familien bei Martmany gibt es viel verbale Gewalt. Leider zeigten die entsprechenden Männer keinerlei Interesse zu kommen. Daher denken wir über ein System von kleinen „Belohnungen“ nach, um sie zum Kommen zu motivieren, damit es überhaupt eine Chance auf Kommunikation mit ihnen gibt.

Die Mitarbeiterinnen geben sich große Mühe, auch mit den Eltern zu arbeiten, um die Kinder gemeinsam besser unterstützen zu können. Es ist nicht leicht.

Nach einem Tanzkurs in den Ferien wollten mehrere Mütter nun etwas für sich tun und jede Woche gemeinsam sportlich tanzen. (Die meisten Mütter und auch einige Kinder sind übergewichtig.) Momentan kommt der Tanzlehrer dreimal pro Woche, einmal sind auch die Kinder dabei. Martmany bezahlt pro Woche etwa 8 €, die Mütter bezahlen 12 €. Nach dem Tanzen sind die Frauen erschöpft und entspannt.

Tanz

Mttertanz

Für die Kinder haben wir ein neues Trampolin gekauft. Der kleine „Spielplatz“ im Erdgeschoss mit Trampolin, Rutsche, Mini-Karussell, Schaukel, Tischtennisplatte und zwei Kickern erfreut sich größter Beliebtheit. Noch einmal ein großer Dank an die Kinder und Eltern der Herz Jesu Schule, die alle diese Geräte gespendet haben und auch den Dachspielplatz für Ballspiele, Tanz und Feiern durch wiederholte Spenden vor Weihnachten ermöglichten.

Trampolin

Mein Treffen mit Bryan, einem Ex-Schüler, der mir von seinem Jahr in der Krebsklinik berichtete, hat mich sehr erschüttert. Er hat natürlich große Angst vor einem Rückfall, findet leider auch keine Arbeit, bei der er eine Krankenversicherung hätte. Ich würde ihm so gerne helfen können….

Ich besuchte auch Jugendliche zu Hause, die von uns Hilfe für ihre Ausbildung bekommen sollen, weil die Familien nicht genügend Geld haben. Für die Finanzierung hoffe ich noch auf Spenden aus Deutschland.

In meinem letzten Brief schrieb ich noch, dass die Finanzierung gesichert sei. Leider hat Martmany in der Zwischenzeit mehrere Paten und Spender verloren. Außerdem ist der Kurs des Euros stark gefallen. Nun habe ich schon wieder Sorgen, wie es weitergehen soll.

Spendenumschlge

Ich will versuchen, möglichst viel Kontakt mit den Mitarbeiterinnen bei Martmany in Lima zu haben. Wir können die Kinder nur gemeinsam unterstützen. Dabei lerne auch ich immer dazu, --- nicht nur die Sprache.

Vielen Dank für die Hilfe und Unterstützung durch die Schulleitung, die Lehrerinnen, Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher und besonders durch die Familien der Herz Jesu Schule.

Danke

Susanne Stiegert-Krumhauer

   
© Katholische Schule Herz Jesu Berlin